Über die Ausrichtung der europäischen Meeresforschung und ihren Beitrag für die Klimapolitik diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaftspolitik und Meereswissenschaften sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten der EU und ausgewählter Mitgliedsstaaten, der Vereinten Nationen und internationaler NGOs. | Foto: Elke Kasper

23.11.17 | Im November 2017 fand in Bonn die 23. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP23) unter der Präsidentschaft Fidschis statt. Bis zu 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Diplomatie, Politik und Zivilgesellschaft wurden zu der Weltklimakonferenz erwartet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) luden zu Side Events und waren mit Vorträgen und in Diskussionsrunden vertreten.

Im Rahmen der Side Events der Europäischen Union zeichnete Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Leiterin der Abteilung Sozialwissenschaften des ZMT, gemeinsam mit der deutschen UNESCO-Kommission, dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), EU PolarNet, dem COST-Action-Netzwerk „Ocean Governance for Sustainability“ und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung für die Podiusmdiskussion „Oceans, Climate and the Role of Science II - Science and Science Funding for Understanding the Ocean-Climate Nexus“ verantwortlich (am 10.11.17 im EU Pavillon).

Dr. Vladimir Ryabinin (Geschäftsführer der UNESCO IOC, Frankreich) und Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Professorin für Sozialwissenschaften und Vorsitzende der COST Action ‘Ocean Governance for Sustainability’, Deutschland) hießen das Publikum willkommen und leiteten die Dikussionsrunde ein.

 

Fotos: Elke Kaspar, ZMT

Über die Ausrichtung der europäischen Meeresforschung und ihren Beitrag für die Klimapolitik diskutierten im Rahmen dieser prominent besetzten Veranstaltung Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaftspolitik und Meereswissenschaften sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten der EU und ausgewählter Mitgliedsstaaten, der Vereinten Nationen und internationaler NGOs.

In der Diskussionsrunde vertreten waren MinDirig Wilfried Kraus (Leiter „Nachhaltigkeit, Klima, Energie“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF), Prof. Dr. Peter Haugan (Professor am Geophysical Institute, University of Bergen - UiB und Forschungsdirektor am Institute of Marine Research sowie Vorsitzender des UNESCO IOC, Norwegen), Ms Sieglinde Gruber (Leiterin der Unit ‘Marine Resources’ und Directorate General for Research and Innovation, European Commission, Belgien), Dr. Françoise Gaill (Direktor der Abteilung Environmental Sciences and Sustainable Development am National Center for Scientific Research (CNRS), Frankreich) und Frau Dorothée Herr (Manager Oceans and Climate, IUCN, Deutschland).

Basierend auf Statements der Experten standen derzeitige Finanzierungsmechanismen, zu erwartender wissenschaftlicher Output und die wesentlichen strukturellen Herausforderungen bei der Zusammenführung von Meereswissenchaften und Klimapolitik im Mittelpunkt der Dikusssion. Im Zuge dessen wurde schließlich ein wissenschaftlicher Policy Brief entwickelt als Beitrag zur weiteren Entwicklung der europäischen Meereswissenschaften und der Klimapolitik.

Dr. Renuka Badhe (Vorsitzende der Expertenbeirats von EU PolarNet und Geschäftsführerin EU Polar Board, Niederlande) sowie Herr Sebastian Unger (Vorsitzender des Side Events und Leiter der Ocean Governance Research Area am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung – IASS, Deutschland) schlossen das Event ab mit zusammenfassenden Vorträgen.

    3 Sebastian Ferse COP23     2 Sebastian Ferse COP23Fotos: Friedemann Call, DLR Projektträger

Im Rahmen der Veranstaltung „Our ocean future: marine ecosystems under climate change“ sprach tags darauf Dr. Sebastian Ferse (Korallenriff-Experte und Nachwuchsgruppenleiter der Arbeitsgruppe „Nutzung, Resilienz und Diversität von Korallenriffen“ am ZMT) während der „German Science Hour“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im deutschen Pavillon über seine Forschung zur Widerstandsfähigkeit von Korallenriffsystemen pazifischer Inseln im globalen Wandel.

On Going T Rixen COP23     OnGoing T Rixen COP23

Dr. Tim Rixen, Leiter der Arbeitsgruppe Kohlen- und Nährstoffkreisläufe am ZMT, sprach am 7. November 2017 im indonesischen Pavillon im Rahmen eines Side Events des indonesischen Fischereiministeriums zum Thema Blue Carbon Initiative: Blue Growth for Sustainable Coastal Livelihood“ über die Auswirkungen der Landnutzungsänderung auf die Korallenriffe. In seinem Vortrag “Land use changes and the coastal carbon cyclein the Coral Triangle“ zeigte Dr. Rixen, dass der Kohlestoffkreislauf nicht in terrestrisch und marinen aufgeteilt werden kann, wenn es um die Erreichung der Pariser- Klimaziele und um die Zukunft der Korallenriffe geht.