Für den „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ werden an der Universität Bremen die besten Abschlussarbeiten zu Fragen der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen, des Schutzes der Umwelt, des Klimas und der Meere gesucht. Nominierungsschluss ist der 6. Dezember 2019.

Je eine Doktor- und eine Masterarbeit werden ausgezeichnet und mit insgesamt 3.000 Euro honoriert. Insgesamt können Arbeiten aus allen Fachbereichen der Universität Bremen vorschlagen werden. Die Preisvergabe erfolgt am 15. Mai 2020.

Verliehen wird die Auszeichnung von der KELLNER & STOLL–STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), der Universität Bremen und den Alumni der Universität Bremen e.V. Die Bremer Unternehmen ADLER Solar, REETEC und ecolo unterstützen die Verleihung des Preises.

Welche Vorausetzungen müssen die Arbeiten erfüllen?

Vorgeschlagen werden können Arbeiten mit besonderen Ansätzen, Methoden und Ergebnissen, die nachhaltige Forschung voranbringen. Die Arbeit muss zum Zeitpunkt der Nominierung bewertet sein. Die Promotion oder der Masterabschluss an der Universität Bremen können bis zu zwei Jahre zurückliegen (Abschluss nach dem 31.08.2017).

Wer kann nominieren?

Berechtigt zu einer Nominierung für den CAMPUS PREIS ist wissenschaftliches Personal der Universität Bremen, also Professorinnen und Professoren, Privatdozentinnen und Privatdozenten, Lektorinnen und Lektoren, Lehrbeauftragte, zur Abnahme von Masterarbeiten und Dissertationen Berechtigte. Hinzu kommt wissenschaftliches Personal von den mit der Universität nach Paragraph 96, Bremisches Hochschulgesetz verbundenen Einrichtungen. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Wie kann man nominieren?

Das entsprechende Formular finden Sie auf der Internetseite www.campuspreis.de  unter „Bewerben“. Dort stehen auch die Teilnahmebedingungen.

Fragen beantworten:

KELLNER & STOLL – STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT
Dr. Rita Kellner-Stoll und Reiner Stoll
Tel.: +49 421-230569
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
www.campuspreis.de

Über den CAMPUS PREIS
Der CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft wird ausgelobt von der KELLNER & STOLL–STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), der Universität Bremen und den Alumni der Universität Bremen e.V. Die Bremer Unternehmen ADLER Solar, REETEC und ecolo unterstützen die Verleihung des Preises.

Fischreiches Korallenriff in einem Nationalpark vor Thailand (Foto: Melanie Bon, ZMT)

Wie effektiv lassen sich tropische Korallenriffe schützen? Ein internationales Team von 37 Wissenschaftlern untersuchte weltweit rund 1800 Korallenriffe, um die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen in Gebieten festzustellen, die unterschiedlich stark vom Menschen beeinflusst sind. Für die Studie wurden über einen Zeitraum von neun Jahren Daten erhoben, sie ist kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

Mit seiner Forschung an Schutzgebieten vor der indonesischen Insel Sulawesi trug auch der Riffökologe Dr. Sebastian Ferse vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) zur der Untersuchung bei. „Wir konnten zeigen, dass der Einfluss des Menschen in der Umgebung der Riffe darüber bestimmt, welche Schutzziele erreicht werden“, berichtet Ferse.

Schutzgebiete in dicht besiedelten Gegenden beherbergten im Vergleich zu solchen in menschenleeren Regionen nur ein Viertel der Fischbiomasse. Ein Grund dafür ist die illegale Fischerei. Auch schwimmen Fische über die Grenzen des Schutzgebietes hinweg in Bereiche mit freiem Zugang für Fischer.

Die Wissenschaftler verglichen aber auch geschützte mit ungeschützten Gebieten, die jeweils unterschiedlich starkem Einfluss durch den Menschen ausgesetzt sind. „Dadurch konnten wir herausfinden, unter welchen Bedingungen Schutzmaßnahmen den größten Effekt erzielen“, sagt Sebastian Ferse.

In Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte fanden die Forscher in den Schutzgebieten bis zu fünfmal mehr Fischbiomasse als in frei befischten Riffen. Für die meisten Fischarten kann das beste Schutzergebnis demnach dort erzielt werden, wo der Mensch bereits einen recht starken Einfluss auf die Riffe ausübt. Die angrenzenden Meeresgebiete profitieren außerdem davon, wenn im Schutzgebiet aufgewachsene Fische sich in benachbarten Riffen ansiedeln.

Für die großen Raubfische, wie Haie und Riffbarsche, sah das Ergebnis allerdings anders aus. Die Wahrscheinlichkeit, in den Schutzgebieten dicht bevölkerter Regionen diesen Raubfischen zu begegnen, war um ein Hundertfaches niedriger als in menschenleeren Gegenden. Rund 200 Tauchgänge waren dort nötig, um einen der großen Raubfische zu sehen, an unbesiedelten Orten gelang dies hingegen bei fast jedem zweiten Tauchgang.

“Dies liegt daran, dass sich große Raubfische auch in großen Arealen bewegen und daher häufiger über die Grenzen des Schutzgebietes hinausschwimmen“, so Ferse. „Ausserdem zielt die Fischerei meist zunächst auf die größten Fische ab, so dass diese als erste dezimiert werden“. Geht es also darum, große Raubfische wie den vielerorts bedrohten Hai zu schützen, so sollten sich die Schutzbemühungen auf entlegenere Gegenden konzentrieren.

An vielen Standorten ist es aufgrund der sozialen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen nicht realistisch, Schutzgebiete mit einem vollständigen Verbot der Fischerei durchzusetzen. „In der Studie untersuchten wir daher ausserdem die Wirksamkeit von eingeschränkter Fischerei, die zum Beispiel nur ausgewählte Fangmethoden zulässt“, erklärt Sebastian Ferse. „Ein solches Schutzkonzept ist meist einfacher zu akzeptieren und stellt einen Kompromiss dar.“

Die Wissenschaftler werteten die Ergebnisse als ermutigend. Auch wenn der Effekt nicht so groß war wie bei einem vollständigen Schutz, gäbe es durchaus deutlich mehr Fischbiomasse in diesen Gebieten als in solchen, die überhaupt keine Beschränkungen aufwiesen. Die Forschungsergebnisse bieten Umweltmanagern Informationen darüber, unter welchen Bedingungen bestimmte Ziele von Schutzmaßnahmen am wirkungsvollsten erreicht werden können.

Publikation

Die Studie mit dem Titel “The gravity of human impacts mediates coral reef conservation gains” ist diese Woche online in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen: www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1708001115