Während das öffentliche und politische Bewusstsein in Bezug auf die Krise der Luftqualität zunimmt, ist wenig über bestehende Governance- oder Management-mechanismen im Umgang mit steigenden Emissionswerten bekannt. | Foto: Anna-Katharina Hornidge, ZMT

Untersuchung der Smog-Krise in Manila

Die Agglomeration Metro Manila ist in den letzten Jahrzehnten zu einem exemplarischen Fall einer nicht nachhaltigen Entwicklung geworden, da die massive Urbanisierung zu einem rapiden Anstieg der Bevölkerung auf 13 Millionen Einwohner geführt hat. Ein verfehltes öffentliches Verkehrssystem führte zur starken Zunahme von Kraftfahrzeugen, von Privatautos, Taxis, Bussen und den sogenannten Jeepneys (Kleinbusse). Insbesondere die letztgenannten Verkehrsmittel, ausgestattet mit Dieselmotoren fern jeder EURO-Norm, sind für die Emission von schwarzem Kohlenstoff (Black Carbon/BC) verantwortlich, der wiederum zu einem dominanten Bestandteil der Luft in der städtischen Atmosphäre geworden ist. Zudem hat der zunehmende Schiffsverkehr im Hafen von Manila weiter zur Verschlechterung der Luftqualität der Metropolregion Manila beigetragen. Die Luftverschmutzung hat zu einer gesellschaftlichen Trennung geführt und ist zu einem der Hauptgründe für die zunehmende Häufigkeit von Lungenkrebs geworden.

Während das öffentliche und politische Bewusstsein in Bezug auf die Krise der Luftqualität zunimmt, ist wenig über bestehende Governance- oder Management-mechanismen im Umgang mit steigenden Emissionswerten bekannt. Die sinnvolle und systematische Abbildung des de facto und de jure Managements zur Luftreinhaltung ist daher das Ziel von einem der vier TAME-BC-Arbeitspakete, welches vom ZMT und der Ateneo de Manila University umgesetzt wird. Das Projekt beschäftigt sich mit ethnographischer Feldforschung im Hafengebiet von Manila und im Stadtgebiet von Quezon City.

Ein Großteil der bisherigen Forschung in der Metropolregion Manila konzentrierte sich auf die technischen Aspekte der Messung der Luftverschmutzung, wobei systematische Untersuchungen zu sozial und ökologisch nachhaltigen Lösungen nur in begrenztem Umfang durchgeführt wurden. Ausgehend von den empirischen Gesamtergebnissen der Phase ist das Ziel eines weiteren vom ZMT durchgeführten Arbeitspakets die Identifizierung von Innovationspotenzialen zur Bewältigung steigender BC-Werte.

Die Forschungsergebnisse werden für die transdisziplinäre (angewandte) Forschung und für die weitere Projektentwicklung in einer Forschungs- und Entwicklungsphase genutzt. 

Projektpartner

Prof. Dr. Alfred Wiedensohler (TROPOS Leipzig)

Dr. Tamara Schikowski (IUF Düsseldorf)

Prof. Dr. Emma Porio (Ateneo de Manila University)

Alan Silayan (Clean Air Asia Manila)