Küstentransformation
Thematische Schwerpunkte
Küsten sind dynamische Übergangs- und Transformationszonen, in denen sozioökonomische, politische, institutionelle und ökologische Prozesse interagieren. Stoffe gelangen über ober- und unterirdische Pfade aus den Einzugsgebieten an die Küste und durchlaufen entlang des Land-Ozean-Kontinuums verschiedene Transformationen. Zusammen mit sozialen, politischen und infrastrukturellen Prozessen über verschiedene Ebenen hinweg verbinden diese Interaktionen menschliche Eingriffe im Hinterland mit ökologischen und gesellschaftlichen Veränderungen in den Küstenregionen. Das Verständnis und Management dieser gekoppelten Prozesse ist für die Umweltqualität und das menschliche Wohlergehen von essenzieller Bedeutung.
Küstenökosysteme regulieren den Transport, die Transformation und die Speicherung von Kohlenstoff, Nährstoffen und Schadstoffen und stellen damit kritische Ökosystemfunktionen und -leistungen bereit. Gleichzeitig schaffen intensiver anthropogener Druck und sozial-ökologische Vulnerabilitäten sowohl Herausforderungen als auch Chancen für transformative Lösungen. „Blauer Kohlenstoff“ (Blue Carbon) gewinnt für den Klimaschutz und die Klimaanpassung zunehmend an Bedeutung, was ein besseres Verständnis der Kohlenstoffakkumulation, der Speicherung sowie einer gerechten Verteilung von Kosten und Nutzen erfordert.
Unter „Küstentransformation“ (Coastal Transformation) werden dynamische Veränderungen in sozial-ökologischen Systemen verstanden, die durch interagierende Treiber und Rückkopplungen von lokaler bis globaler Ebene angetrieben werden – einschließlich Landnutzungsänderungen, Hydrologie, Küstenentwicklung und gesellschaftlichen Praktiken. PB3 trägt zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung tropischer Küstenökosysteme bei, indem materielle und immaterielle Flüsse zwischen Land und Ozean, deren Pfade und Transformationen sowie deren ökologische und gesellschaftliche Folgen analysiert werden.
Unter Verwendung des „Source-to-Sea“-Kontinuums als Analyseeinheit untersucht PB3 die Konnektivität von den Einzugsgebieten über Oberflächen- und Untergrundsysteme bis hin zu Ästuaren und Küstenmeeren. Dabei werden hydrologische, ökologische, biogeochemische, soziale, ökonomische und Governance-Prozesse integriert. PB3 untersucht sowohl Flüsse als auch Bestände (stocks) und erforscht, wie Materialien, Wissen, Werte und Praktiken über Landschaften, Ökosysteme, Kulturen und Institutionen hinweg transformiert werden und wie kumulative Veränderungen Systeme in neue Zustände überführen können.
Die Forschung kombiniert Feldbeobachtungen, Experimente, numerische Modellierung und partizipative Ansätze, um die Nachhaltigkeit, Vulnerabilität und Resilienz von Küsten sowie Wege für einen transformativen und gerechten Wandel zu bewerten. Zu den Kernbereichen gehören nachhaltiger Küstentourismus, Blue-Carbon-Bestände und -Märkte sowie die vernetzte Gesundheit von Mensch und Ökosystem („One Health“), mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Konnektivität zwischen Land und Meer, Disziplinen und Skalen sowie Wissenschaft und Gesellschaft.
