Auf San Andrés Island (Kolumbien) untersuchen wir mikrobielle Aktivität über mehrere Gezeitenzyklen. | Foto: Véronique Helfer, ZMT

Mangroven kommen weltweit in der Gezeitenzone tropischer und subtropischer Küsten vor – ein Lebensraum, der sich durch eine zeitlich sehr variable Umwelt auszeichnet. Mangroven sind von großer Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf, indem sie große Mengen organischen Materials nicht nur in ihrer ober- und unterirdischen Biomasse speichern, sondern auch in den Sedimenten, wo Mikroorganismen maßgeblich zu Umwandlungsprozessen dieses organischen Materials beitragen.

Obwohl davon ausgegangen wird, dass der Gezeitenzyklus mikrobielle Prozesse beeinflusst, ist kaum bekannt, wie variabel mikrobielle Aktivität zeitlich ist, und welche Konsequenzen sich daraus für die Speicherkapazität von Mangrovensedimenten ergeben.

Aus diesem Grund untersuchen wir auf San Andrés Island (Kolumbien) mikrobielle Aktivität über mehrere Gezeitenzyklen. Mit modernen biogeochemischen und molekularen Methoden quantifizieren wir den Einfluss von Fluktuation in der Umwelt auf die Aktivität der gesamten Mikrobengemeinschaft sowie einzelner Mikroorganismen an Standorten mit unterschied-licher Gezeitenausprägung. Mit diesem Ansatz können wir identifizieren, welche Faktoren mikrobielle Prozesse in Sedimenten im zeitlichen Verlauf beeinflussen, und somit ebenfalls die Vergleichbarkeit von Studien über unterschiedliche räumliche und zeitliche Skalen verbessern.

Diese Erkenntnisse sind essentiell, um die Speicherkapazität von Mangrovenökosystemen  für organisches Material in Raum und Zeit zu verstehen. Unsere Studie stellt demnach eine solide Wissensbasis für Küstenmanagement und Umweltschutzmaßnahmen dar, um das Fortbestehen von Ökosystemleistungen in einer sich verändernden Umwelt sicherzustellen.

 

Projektpartner

Dr. José Ernesto Mancera Pineda (Universidad Nacional de Colombia)

Dr. Olga Jeske (Leibniz Institute DSMZ – German Collection of Microorganisms and Cell Cultures)