Eine dicht bevölkerte Strandszene zeigt einen geschäftigen Fischmarkt entlang der Küstenlinie, an dem sich zahlreiche Menschen – überwiegend Frauen – nahe der Wasserkante versammeln.

Der Kontext des Projekts bezieht sich auf die gravierenden globalen, regionalen und lokalen Umweltveränderungen, die die Ökosysteme entlang der dicht besiedelten westafrikanischen Küste betreffen. Das Projekt geht davon aus, dass die Möglichkeiten und Folgen der Anpassung biologischer und sozialer Systeme an diese fortschreitenden Veränderungen mithilfe unterschiedlicher, sich gegenseitig ergänzender Forschungsansätze untersucht werden müssen.
Die Governance von Fischereien und Meeresschutz-gebieten (Marine Protected Areas, MPAs) im Senegal ist eines der Promotionsprojekte dieses Programms.

Der Hintergrund dieser Forschung liegt in der zunehmenden Zahl von Schutzgebieten in Küstenregionen, die traditionell von der handwerklichen Fischerei genutzt werden, sowie im Einfluss der MPA-Governance auf Fischereiressourcen und deren Bewirtschaftung. Im Fokus stehen die Auswirkungen der Präsenz einer Vielzahl von Akteuren, die an der Governance von MPAs und der Fischerei beteiligt sind. Übergeordnetes Ziel der Studie ist es, zu verstehen, wie das Verhältnis zwischen Schutz und Fischerei geregelt wird und welche Konsequenzen sich daraus für handwerkliche Fischerinnen und Fischer ergeben. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie hat sich diese Governance im Laufe der Zeit verändert, welche Faktoren haben diesen Wandel vorangetrieben und welche Folgen hatte er für die handwerkliche Fischerei?
  • Inwieweit sind die institutionellen Regelungen zur Steuerung von MPAs und Fischerei über verschiedene Ebenen hinweg kohärent aufeinander abgestimmt? Hat dies die Anpassungsfähigkeit der handwerklichen Fischerinnen und Fischer erhöht?

Auf einer übergeordneten Ebene besteht zudem die Möglichkeit eines Vergleichs mit einer parallelen Promotionsarbeit, die im Rahmen des CREATE-Projekts in der Nordsee durchgeführt wird.

Diese Forschung beabsichtigt, das Network of Adjacent Action Situations (1) sowie dessen übergeordneten Rahmen, das Institutional Analysis and Development Framework (2), zur Bewertung institutioneller Arrangements in der Fischerei und in Meeresschutzgebieten (MPA) einzusetzen und zur Weiterentwicklung dieses Ansatzes für die Erforschung von Gemeingütern beizutragen. Zu diesem Zweck werden Theorien des institutionellen Wandels und der Macht für die Analyse herangezogen.