Professor Westphal wird dem ZMT weiterhin als Leiterin ihrer Forschungsgruppe „Geoökologie und Karbonatsedimentologie“ verbunden bleiben und im Rahmen ihrer Kooperationsprofessur mit der Universität Bremen als Professorin für die Geologe der Tropen im Fachbereich Geowissenschaften (FB05) forschen und lehren. | Foto: Tristan Vankann, ZMT

Staffelübergabe in der wissenschaftlichen Leitung des ZMT

Prof. Dr. Hildegard Westphal scheidet zum 1. Juli als wissenschaftliche Direktorin aus der Geschäftsführung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) aus. Sie hatte die Position seit 2010 inne und gibt nun nach einer Amtszeit von zehn Jahren die wissenschaftliche Leitung in neue Hände. Damit folgt sie ihren beiden Vorgängern, Gotthilf Hempel und Venugopalan Ittekkot, die das ZMT ebenfalls je eine Dekade leiteten.


Professor Westphal wird dem ZMT weiterhin als Leiterin ihrer Forschungsgruppe „Geoökologie und Karbonatsedimentologie“ verbunden bleiben und im Rahmen ihrer Kooperationsprofessur mit der Universität Bremen als Professorin für die Geologe der Tropen im Fachbereich Geowissenschaften (FB05) forschen und lehren.


Eine Findungskommission unter Leitung von AWI-Direktorin Prof. Dr. Antje Boetius bereitet derzeit unter den erschwerten Pandemie-Bedingungen die Berufung der Nachfolge für Hildegard Westphal vor. Bis dahin übernimmt Dr. Werner Ekau kommissarisch die wissenschaftliche Leitung in der Geschäftsführung.


„Es war ein großes Privileg, das ZMT in den vergangenen 10 Jahren zu leiten, das Wachstum zu gestalten und neue Bereiche wie das Büro für Wissensaustausch, die ZMT Academy und die Datenwissenschaften aufzubauen“, resümiert Hildegard Westphal. „Ebenso ist es jetzt ein sehr schönes Privileg, mich wieder auf meine Forschung zu konzentrieren, worauf ich mich sehr freue. Nach der gerade bewältigten, pandemie-bedingt ungewöhnlichen Evaluierung des ZMT ist es nun ein sehr guter Zeitpunkt für eine Übergabe in neue Hände.“


Die Geologin Hildegard Westphal übernahm 2010 die wissenschaftliche Leitung des ZMT, ein Jahr später wurde sie zur wissenschaftlichen Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft gewählt und hatte dieses Amt bis 2017 inne.


Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des ZMT danken Hildegard Westphal für ihre herausragenden Leistungen und würdigen ihren wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Instituts, das 1991 gegründet und 2009 in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen wurde. Seitdem ist das ZMT eine selbstständige Forschungseinrichtung.
„Unter der Leitung von Frau Professorin Westphal hat sich das ZMT zu einem international renommierten Institut der Leibniz-Gemeinschaft entwickelt mit weltweiten Kooperationen und wissenschaftlichen Erfolgen, das unmittelbar zur hohen Reputation des Wissenschaftsstandortes Bremen beiträgt“, so Dr. Heide Ahrens, Aufsichtsratsvorsitzende des ZMT. „Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Bestrebungen, in den Zielländern die Ideen des nachhaltigen Handelns auf Dauer zu verankern.“


Prof. Dr. Christian Dullo, Vorsitzender des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des ZMT (2011 bis 2019) ergänzt: „Das ZMT hat sich in der Dekade von Frau Prof. Westphals Leitung sehr positiv entwickelt und neben dem reinen Wissenschafts- und Personalzuwachs sich weiter diversifiziert und sich insbesondere hervorragend mit den marin tropischen Zielländern vernetzt.“
Am ZMT trieb Hildegard Westphal die thematische und personelle Erweiterung voran – so hat sich seit ihrer Amtsübernahme die Zahl der Beschäftigten am Institut verdreifacht. Die erfolgreiche Evaluierung des Instituts durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2014 sicherte die weitere Förderung des ZMT durch Bund und Länder.


Durch den Ausbau der Sozialwissenschaften und der Geowissenschaften richtete Hildegard Westphal die Forschung verstärkt interdisziplinär aus. Unter ihrer Leitung vertiefte das ZMT die Zusammenarbeit mit Afrika, so etwa mit Tansania im Rahmen der Leibniz-Graduiertenschule SUTAS (Sustainable Use of Tropical Aquatic Systems).


Im Zuge ihrer Amtszeit förderte sie konsequent die Kapazitätsentwicklung als eine der drei Säulen der ZMT-Mission und setzte dabei gezielt auch auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses – so wurde zum Beispiel 2018 die ZMT Academy gegründet. Seit 2010 haben weit mehr als 100 Promovierende ihre Abschlussarbeiten am ZMT verfasst.


Hildegard Westphal stärkte in den vergangenen zehn Jahren nicht nur das Forschungstauchen am ZMT mit der Gründung eines inzwischen zertifizierten Ausbildungszentrums, sondern führte mit dem Büro für Wissensaustausch (OKE) auch eine professionelle Transfereinheit am Institut ein.


In jüngster Zeit steuerte Hildegard Westphal im Rahmen der ZMT-Digitalisierungsinitiative DigiZ den Ausbau der Datenwissenschaften und digitalen Forschungsdateninfrastruktur am Institut, um so die typischerweise heterogenen Forschungsdaten aus tropischen Küstenregionen mit modernen Data Science-Methoden auszuwerten.