Die Interpretation von Korallenriff-Mikrobialithen ist herausfordernd, da diese schwierig zu datieren sind und in der Regel keine Fossilien der Organismen enthalten, die sie erzeugen; vielmehr handelt es sich um von diesen Organismen verursachte Ausfällungen. Trotz ihres Potenzials als Umweltarchive fehlt bislang selbst ein grundlegendes Verständnis zentraler Aspekte wie Wachstumsraten und -zeiträume und der Bedeutung der Laminierung. Zudem ist unser Wissen über die für die Ausfällung verantwortlichen mikrobiellen Konsortien aufgrund ihrer Erhaltung meist eingeschränkt.
Hier eröffnet eine außergewöhnlich gute Erhaltung morphologischer Bioindikatoren die einzigartige Gelegenheit, indirekte mit direkten Belegen für mikrobielle Aktivität zu kombinieren. Die IODP-Expedition 389 („Hawaiian Drowned Reefs“) konzentrierte sich auf versunkene pleistozäne Riffe rund um die Insel Hawaii. Die in diesen Riffen vorhandenen Mikrobialite stellen ein noch unerschlossenes Archiv dar, um den Einfluss von Nährstoffen und Alkalität auf Korallenriff-Ökosysteme zu entwirren. Dieses Projekt konzentriert sich auf Mikrobialite, die während MIS 7-1 entstanden sind, und zielt darauf ab, (1) die Informationen zu entschlüsseln, die sich aus den außergewöhnlich gut erhaltenen Bioindikatoren ergeben, (2) das Verständnis der Laminen und Wachstumsraten von Mikrobialiten (Chronologie des darin enthaltenen Umweltarchivs) zu vertiefen und (3) das Umweltarchiv im Hinblick auf die Dynamik von Feuchtigkeit und Trockenheit sowie die Dynamik von pCO₂ und mariner Alkalität im Zusammenhang mit glazialen und interglazialen Zyklen zu überprüfen.
Mehr Informationen über die IODP 389 hier:
https://www.ecord.org/expedition389/
Mehr Informationen zu den hier untersuchten Mikrobiolithen siehe:
