A woman stands confidently with her arms crossed, smiling at the camera. She has long dark hair pulled back and is wearing dangling earrings and a patterned black and gray top with circular designs. The background is softly blurred, showing green plants and a bright, airy indoor or patio setting with natural light.
Her current research focuses on sustainability transformations in tourism

Marie Fujitani zur Professorin für Humangeographie mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Entwicklung von Meeres- und Küstengebieten an der Universität Bremen berufen

Seit einem halben Jahr ist Marie Fujitani Professorin für Humangeographie mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Meeres- und Küstenentwicklung am Institut für Geographie der Universität Bremen. In ihrer Funktion als Kooperationsprofessorin leitet sie außerdem die Arbeitsgruppe „Deliberation, Valuation and Sustainability” (Deliberation, Bewertung und Nachhaltigkeit) und den Programmbereich „Coastal Transformation” (Küstenwandel) am Leibniz-Zentrum für Meeresforschung der Tropen (ZMT).

Als interdisziplinäre Meeres-Sozialwissenschaftlerin fokussiert sich ihre Forschung auf soziale, wirtschaftliche, governancebezogene und ökologische Dimensionen nachhaltiger Küstenlebensweisen in den Tropen, mit Schwerpunkt auf Tourismus, Fischerei und Aquakultur. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Analyse von Nachhaltigkeitstransformationen, einschließlich der Identifizierung von Hebelpunkten, Veränderungen von unerwünschten stabilen Zuständen und der Rolle von Werten und Verhaltensänderungen bei der Verbesserung der Gerechtigkeit und des multidimensionalen Wohlergehens von Gemeinschaften.

Ihre aktuelle Forschung konzentriert sich auf Nachhaltigkeitstransformationen im Tourismus. Unter Verwendung gemischter Methoden und partizipativer Ansätze ist ihre Forschung stark interdisziplinär ausgerichtet und zielt darauf ab, wissenschaftlich fundiertes und gesellschaftlich relevantes Wissen zu generieren. Sie arbeitet eng mit lokalen Gemeinschaften, politischen Entscheidungsträgern und anderen gesellschaftlichen Akteuren zusammen, um kontextsensitive und skalierbare Wege zu einer nachhaltigen Küstenentwicklung zu unterstützen.

Ihre Arbeit leistet einen Beitrag zum breiteren Nachhaltigkeitsdiskurs, indem sie empirische Fallstudien aus den Tropen mit konzeptionellen Fortschritten zu Transformationsprozessen in sozial-ökologischen Systemen verknüpft. Ein wichtiges Ziel ist es, Wissenschaft, Politik und Praxis bei der Bewältigung komplexer Herausforderungen im Bereich der Küstennachhaltigkeit miteinander zu verbinden.

Fujitanis persönliche Verbindung zu ihrer Forschung ist tief in ihrer Kindheit in Hawaii verwurzelt. Sie erinnert sich daran, wie die Sorge um die Anfälligkeit der Umwelt und den Massentourismus ihr Verständnis für das fragile Gleichgewicht zwischen Lebensgrundlagen und Ökosystemen geprägt hat. „Küstengebiete sind besonders stark von Umweltveränderungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und globalem Entwicklungsdruck betroffen“, erklärt sie. Der Tourismus, so bemerkt sie, kann dringend benötigte Einnahmen generieren, aber auch Ungleichheit und Umweltzerstörung verstärken, wenn er nicht sorgfältig gesteuert wird.

Im Hinblick auf ihre neue Rolle drückt Fujitani sowohl Dankbarkeit als auch ein starkes Verantwortungsbewusstsein aus. Sie ist ihren Mentoren, Kollegen und ihrer Familie, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben, dankbar, sieht ihre Professur aber auch als Chance, zukünftige Forschungsrichtungen zu gestalten, Nachwuchswissenschaftler zu betreuen und zu institutionellen Veränderungsprozessen beizutragen.


Was Marie Fujitanis Forschung antreibt:

„Ich erinnere mich, dass ich als Kind in Hawai’i während Stürmen immer eine unterschwellige Sorge verspürte, dass die Boote nicht mehr kommen würden. Die Menschen hamsterten Wasser und Toilettenpapier. Jahre später verschob sich diese Sorge. Wir begannen zu befürchten, dass zu viele Boote und Flugzeuge ankamen. Da fast zehnmal so viele Touristen wie Einwohner auf unsere Inseln kamen, wurde das fragile Gleichgewicht zwischen Lebensunterhalt und dem Leben auf dem Land immer deutlicher. Einige Veränderungen waren leicht zu erkennen, andere vollzogen sich still unter der Oberfläche, wie zum Beispiel die langsame Erschöpfung und Verschmutzung unserer kleinen und empfindlichen Süßwasservorkommen.

Ich beschäftige mich mit nachhaltigen Lebensgrundlagen an der Küste, weil Küstengemeinden an vorderster Front von Umweltveränderungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und globalem Entwicklungsdruck betroffen sind. Ich beschäftige mich mit Tourismus, weil er ein wirkungsvolles Mittel ist, um die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaften, Umwelt, Wirtschaft und Kulturen zu beleuchten. Tourismus kann Lebensgrundlagen schaffen und Menschen aus der Armut befreien, aber er kann auch soziale Ungleichheiten und Umweltbelastungen verstärken. Ich setze mich für Lebensgrundlagen ein, die widerstandsfähig, gerecht und mit der Gesundheit der Küsten- und Meeresumwelt vereinbar sind.

In der allgemeinen Vorstellung ist Hawaii ein Ort, an dem man an weißen Sandstränden seinen Sorgen entfliehen kann. In wissenschaftlichen Kreisen ist es jedoch vielleicht besser bekannt als „die Aussterbehauptstadt der Welt“. Und es gibt keinen vergleichbaren Ort.

Daher ist es mir eine große Freude, zum Leibniz-Professor für Humangeographie mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Entwicklung von Meeres- und Küstengebieten ernannt worden zu sein, und es ist mir eine große Ehre, mein Leben den drängenden Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu widmen. Ich möchte zu einer lebendigen Zukunft für meine Inselheimat und für die Weltgemeinschaft beitragen, da ich weiß, dass diese Zukunft eng miteinander verflochten sind. Und ich möchte mich bemühen, meine Kuleana durch Verantwortung, Zusammenarbeit und ethisches Handeln zu leben, pono zu leben und jeden einzelnen Moment aloha zu leben.“

Professor Marie Fujitani