UN-Bericht hebt Bedeutung von Ecosystem Co-Design hervor
Das Konzept des „Ökosystem Co-Designs“ findet Einzug in den Bericht zum Zustand der Ozeane World Ocean Assessment (WOA III) der Vereinten Nationen. Der am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) entwickelte Ansatz zielt darauf ab, den Schutz und die (Wieder-)Ansiedlung von Küstenökosystemen durch die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und lokalem Wissen und Bedarf effektiver zu gestalten. Durch diese Integration entstehen Schutzmaßnahmen, die sowohl fachlich fundiert als auch vor Ort tragfähig sind. Damit rückt eine am ZMT konzipierte Methodik in den Fokus der internationalen Umweltpolitik.
Martin Zimmer, Mangrovenökologe am Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) hat die Idee des Ökosystem Co-Designs vor fast 10 Jahren entwickelt. Nun konnte er am dritten World Ocean Assessment (WOA III) der Vereinten Nationen mitwirken und sein Fachwissen als Mitglied des internationalen Expert:innen-Pools in den dritten globalen Ozeanzustandsbericht einbringen. Der Report wird eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Bewertung des Zustands der Ozeane im Zeitraum 2021 bis 2025 liefern. Er dient als zentrale Entscheidungsgrundlage für Politik und internationale Gremien, insbesondere im Kontext der UN-Nachhaltigkeitsziele (vor allem SDG 14).
Im Dezember wurde zunächst die annotierte Gliederung des Berichts publiziert. Kurz darauf wurde die Executive Summary durch die UN-Vollversammlung genehmigt und online veröffentlicht: LINK. Diese fasst die thematischen Schwerpunkte der Bewertung zusammen – von marinen Ökosystemen über Nutzungskonflikte bis hin zu sozioökonomischen Aspekten. Die Ausarbeitung der einzelnen Kapitel erfolgt durch interdisziplinäre Autor:innenteams, die sich aus mehr als 650 Expert:innen zusammensetzen. Der gesamte Bericht soll vorrausichtlich Ende Mai/Anfang Juni erscheinen.
Martin Zimmer koordinierte das Unterkapitel zum Thema „Intertidal Zones“ (Gezeitenzonen), das den Zustand und die Entwicklung von Küstenökosystemen anhand globaler und regionaler Trends beurteilt. Die Analyse zeigt eine zunehmende Belastung durch Meeresspiegelanstieg, steigende Temperaturen und Extremereignisse infolge des Klimawandels sowie durch direkte menschliche Eingriffe wie Küstenbebauung, Verschmutzung und intensive Nutzung.
In vielen Regionen wird ein Rückgang der Biodiversität sowie eine Schwächung zentraler Ökosystemleistungen festgestellt, darunter der natürliche Schutz vor Erosion und Sturmfluten sowie die Bedeutung als Aufwuchs- und Rückzugsräume für marine Arten. Gleichzeitig hebt die Bewertung hervor, dass gut erhaltene Ökosysteme in der Gezeitenzone eine hohe Anpassungsfähigkeit besitzen und eine Schlüsselrolle für Klimaanpassung und nachhaltige Küstenentwicklung spielen. Der Bericht unterstreicht damit sowohl die Dringlichkeit des Schutzes als auch das erhebliche Potenzial dieser Ökosysteme für Gesellschaft und Wirtschaft.
