Eine Frau steht in einem Innenraum vor einer schlichten, blaugrünen Wand. Sie trägt einen dunklen Blazer über einem schwarzen Oberteil. Eine Halskette mit rundem Anhänger und kleine Ohrringe runden das Outfit ab. Ihre Körperhaltung ist ruhig und frontal, ihr Gesichtsausdruck neutral bis leicht freundlich.
Foto: Emmanuel Neokye

Neue Humboldt-Stipendiatin am ZMT forscht zu Meeresspiegelanstieg und menschlicher Sicherheit in Ghana

Im Rahmen des Internationalen Klimaschutzstipendiums der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) wird Shamira Abdulai Yakubu die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf Geschlechterfragen und die menschliche Sicherheit in Fuveme in der Volta-Region in Ghana untersuchen. Sie wird diese Forschungsarbeit während eines neunmonatigen Aufenthalts in der Arbeitsgruppe „Mangrovenökologie“ von Professor Martin Zimmer am Leibniz-Zentrum für Tropische Meeresforschung (ZMT) durchführen. Sie hat einen MSc. in Fischereiwissenschaft von der Pukyong National University in Südkorea und arbeitet als leitende Fischereibeamtin bei der Fischereikommission in Ghana.

Die Fischereikommission hat sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Fischereibewirtschaftung, die „blaue Wirtschaft“ und die Klimaresilienz der gefährdeten Küstenbevölkerung zu gewährleisten. In Ghana sind Küstengemeinden – wie in vielen anderen Ländern weltweit – durch Sturmfluten, Küstenerosion, Überschwemmungen und Landverlust bedroht und werden dadurch verdrängt. Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich zu einer der drängendsten Folgen des Klimawandels entwickelt und führt zu einem starken Rückgang der Küstenlinie sowie zu Umweltzerstörung, was erhebliche Auswirkungen auf die lokalen Lebensgrundlagen hat - insbesondere die Fischerei und die Landwirtschaft.

Es ist daher wichtig zu verstehen, wie sich diese Umweltveränderungen auf traditionelle Geschlechterrollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Haushalte auswirken und wie sie weiterreichende Dimensionen der menschlichen Sicherheit beeinflussen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist mehr als nur eine Umweltkrise – er wirkt sich unmittelbar auf die Ernährungssicherheit, die wirtschaftliche Sicherheit, die persönliche Sicherheit und das soziale Wohlergehen der Küstengemeinden aus. Als Reaktion darauf müssen Politik und Forschung den unterschiedlichen Anfälligkeiten und Anpassungsmechanismen von Frauen und Männern gleichermaßen Rechnung tragen, um die langfristige Widerstandsfähigkeit der Gemeinden zu stärken.

Um wirksame, geschlechtergerechte Strategien für das Küstenmanagement und die Klimaanpassung zu entwickeln, ist es wichtig, qualitative und partizipative Forschungsansätze zu verfolgen. Dies erfordert wiederum, lokale Erfahrungen und Wahrnehmungen direkt aus den betroffenen Gebieten zu erfassen. In ihrem Forschungsprojekt möchte Shamira Abdulai Yakubu diese Dynamiken in Fuveme untersuchen, um Erkenntnisse zu gewinnen, die zu nationalen politischen Diskussionen über Klimaanpassung und Resilienz in Ghana beitragen können.

Daher werden lokale Erfahrungen durch Interviews, Fokusgruppendiskussionen und Aktivitäten zur Einbindung der Gemeinschaft erfasst. Shamiras umfangreiche Erfahrung im Bereich der Fischereipolitik, einschließlich des Einsatzes moderner Technologien wie elektronischer Schiffsüberwachungssysteme zur Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU), wird die solide Durchführung dieser Studie unterstützen und sicherstellen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse den gefährdeten Küstenbevölkerungen und der nachhaltigen Entwicklung direkt zugutekommen.