Dreiteilige Schwarz-Weiß-Zeichnung mit surrealen Szenen. Links erscheint ein großer, leuchtender Wirbel vor dunklem Hintergrund. In der Mitte und rechts arbeiten kantige, menschenähnliche Figuren zwischen Haufen kleiner organischer Formen; Punkte und Partikel schweben durch die Umgebung.
Bilder von Julia Oschatz, „Kanton Plankton“, Acrylfarben auf Holz, 250 × 170 cm, 2026.

Wenn Plankton die Bühne erobert: ZMT-Wissenschaftler Agostino Merico spielt am Theater Magdeburg

Prof. Dr. Agostino Merico  vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen stellt Meeresforschung in ein ungewöhnliches Rampenlicht: Vom 11. bis 30. September 2026 steht er für Kanton Plankton am Theater Magdeburg (Theater des Jahres 2025) auf der Bühne. Die Inszenierung verbindet Wissenschaft, bildende Kunst, Theater und Poesie und macht die faszinierende Welt des Planktons sinnlich erfahrbar.

Plankton produziert einen großen Teil des Sauerstoffs, den wir atmen, beeinflusst das Klima der Erde und umfasst eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensformen. In Kanton Plankton wird diese für uns meist unsichtbare Welt zum Ausgangspunkt für eine ortsspezifische Inszenierung am Theater Magdeburg.

Agostino Merico leitet die Arbeitsgruppe Systemökologie am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT). Im Vorfeld der Produktion hatte er die Künstler:innen bei einem Besuch des Instituts und der Labore am ZMT in die Welt des Plankton eingeführt. Für das Stück steuerte er wissenschaftliche Texte bei und wird gemeinsam mit dem Theaterensemble auf der Bühne stehen. In der Rolle eines Wissenschaftlers verbindet er aktuelle Erkenntnisse über Plankton mit den künstlerischen und emotionalen Perspektiven der Inszenierung. Nach einigen vorab festgelegten Auftritten wird er außerdem an Fragerunden mit dem Publikum teilnehmen.

„Kunst und Live-Performance sind für mich ein hochinteressanter Weg, wissenschaftliche Erkenntnisse dem breiten Publikum zu vermitteln“, sagt Merico. „Deshalb habe ich die Einladung, Teil des Ensembles zu werden, sehr gerne angenommen.“

Ein poetischer Kosmos des mikroskopisch kleinen Lebens

Konzipiert und künstlerisch geleitet wird Kanton Plankton von der bildenden Künstlerin und Bühnenbildnerin Julia Oschatz. Der Text stammt von Christian Tschirner, Felix Remme zeichnet für Co-Bühne und Co-Kostüm verantwortlich, die Dramaturgie liegt bei Laura Guhl. Mit dabei sind Laura Fouquet, Rainer Frank, Philipp Kronenberg, Agostino Merico, Oktay Önder, Julia Oschatz und Isabel Will.

Mehrere Wochen lang verwandelt die Inszenierung den Raum „Kammer 2“ des Schauspielhauses in einen poetischen Kosmos, der von den Organismen inspiriert ist, die frei durch die Ozeane und andere aquatische Lebensräume der Welt treiben. Einige Plankter gibt es schon seit Milliarden von Jahren; sie leuchten und schimmern, bilden Kolonien und symbiotische Beziehungen und leben im Inneren unzähliger anderer Organismen. Trotz ihrer mikroskopisch kleinen Größe spielen sie eine fundamentale Rolle für marine Ökosysteme und das globale Klima.

Der aus dem Griechischen stammende Begriff „Plankton“ bezeichnet dabei keine bestimmte Art, sondern eine Lebensweise: Organismen, die im Wasser treiben oder schweben und sich nicht aus eigener Kraft gegen die Strömung bewegen können. Ausgehend von dieser besonderen Daseinsform beschäftigt sich die Inszenierung mit Stoffwechsel, Fortpflanzung und Vielfalt – und stellt letztlich auch die Frage neu, was Leben überhaupt bedeutet.

Kanton Plankton ist Teil der Reihe Kosmos des Theaters Magdeburg. In jeder Spielzeit wird hier eine Produktion an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben, die oder der nicht aus dem klassischen Regiefach kommt. So sollen neue Inszenierungen entstehen, die über traditionelle Formen der Theaterarbeit hinausgehen.

Die Premiere findet am 11. September 2026 im Schauspielhaus Magdeburg, Kammer 2, statt. Weitere Vorstellungen laufen bis zum 30. September 2026.

Weitere Informationen und Tickets: https://www.theater-magdeburg.de/inszenierungen/schauspiel/sz-20262027/premieren-2627/kanton-plankton/