Deutsche Forschungsgemeinschaft würdigt Postdoktorandin Sara Nazari für ihre Forschung an ZMT und Uni Kiel im Bereich der HydrologieBernd-Rendel-Preis 2026 für Geowissenschaftlerin Sara Nazari

Die Geowissenschaftlerin Dr. Sara Nazari, Postdoktorandin am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), erhält den Bernd-Rendel-Preis 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit der Auszeichnung würdigt die DFG ihre herausragende Forschung im Bereich der Hydrogeologie im Rahmen ihrer Promotion, am ZMT und am Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Im Mittelpunkt von Nazaris Forschung steht das Grundwasser – die weltweit größte verborgene Süßwasserressource und eine zentrale Grundlage für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und zahlreiche Ökosysteme. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt der Frage, wie sich die Verfügbarkeit von Grundwasser im Laufe der Zeit verändert und wie menschliche Aktivitäten und der Klimawandel diese Entwicklungen beeinflussen. Dabei betrachtet sie Grundwasser nicht nur als natürliche Ressource, sondern als Teil eines gekoppelten Mensch-Umwelt-Systems.
Während ihrer Promotion am ZMT und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde sie von Prof. Dr. Nils Moosdorf, Leiter der ZMT-Arbeitsgruppe Submariner Grundwasserabfluss und Professor für Hydrogeologie in Küstengebieten an der Universität Kiel, sowie von Prof. Dr. Robert Reinecke vom Geographischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz betreut.
„Frau Nazari zeichnet sich durch große wissenschaftliche Neugier, Eigenständigkeit und Beharrlichkeit aus. Sie scheut sich nicht, komplexe und große Fragestellungen anzugehen und verbindet dabei fundierte hydrologische Forschung mit ihrer gesellschaftlichen Bedeutung. Der Bernd-Rendel-Preis ist eine sehr verdiente Anerkennung dieser Arbeit“, würdigt ihr Betreuer, Prof. Nils Moosdorf, ihren Erfolg.
Im Rahmen ihrer Promotion entwickelte Nazari globale Modelle zur Grundwasserneubildung und zur Grundwasserentnahme. Diese verknüpfte sie mit einem neu entwickelten Rahmenkonzept zur Bewertung von Grundwasserrisiken. Dabei berücksichtigte sie neben hydrologischen Faktoren auch gefährdete Bevölkerungsgruppen, grundwasserabhängige Landwirtschaft, Infrastruktur, den Zugang zu alternativen Wasserquellen sowie sozioökonomische Bedingungen und Aspekte der Regierungsführung. So konnte sie nicht nur identifizieren, wo die Grundwasserentnahme die natürliche Neubildung übersteigt, sondern auch aufzeigen, wo daraus besonders schwerwiegende gesellschaftliche Folgen entstehen können. Die Ergebnisse ihrer Forschung weisen auf bedeutende Risikohotspots in Süd- und Westzentralasien, im Mittelmeerraum sowie in Nord- und Zentralamerika hin. Gleichzeitig zeigen sie, dass leistungsfähige Institutionen und eine gut ausgebaute Infrastruktur dazu beitragen können, die Auswirkungen einer Übernutzung des Grundwassers abzumildern.
Nach Abschluss ihrer Promotion in der ZMT-Arbeitsgruppe Submariner Grundwasserabfluss, arbeitet Sara Nazari heute als Postdoktorandin in der ZMT-Arbeitsgruppe Erdsystemmodellierung.
Für Sara Nazari ist der Bernd-Rendel-Preis Anerkennung und Ansporn zugleich. „Ich möchte meine Forschung weiter vorantreiben, um wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und widerstandsfähige Anpassungsstrategien zu schaffen.“ Langfristig soll ihre Arbeit dazu beitragen, Grundwasserressourcen angesichts wachsender ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen nachhaltig zu sichern und die Lebensgrundlagen der Menschen zu stärken, die auf diese verborgene Ressource angewiesen sind.
Der Preis wird im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV) verliehen, die vom 20. bis 24. September 2026 in Bochum stattfindet. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert und wird aus Mitteln der Bernd-Rendel-Stiftung vergeben, die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verwaltet wird. Das Preisgeld soll unter anderem die Teilnahme an internationalen Kongressen und wissenschaftlichen Tagungen ermöglichen.
Veröffentlichungen aus der Promotion
Die ausgezeichnete Forschung basiert insbesondere auf folgenden Arbeiten:
Darüber hinaus war Sara Nazari während ihrer Promotion Mitautorin weiterer wissenschaftlicher Veröffentlichungen, darunter:
Geoscientific Model Development (2026): https://gmd.copernicus.org/articles/19/523/2026/
WIREs Water: https://wires.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/wat2.70025
Eine vollständige Übersicht ihrer wissenschaftlichen Publikationen bietet ihr Google-Scholar-Profil: Link zum Profil von Sara Nazari
