Eine Frau mit kurzen grauen Haaren und Brille sitzt auf einem Stuhl auf einer Terrasse und lächelt leicht in die Kamera. Sie trägt eine hellgraue, gesteppte Weste über einem blau-weiß gestreiften Shirt und eine Perlenkette. Hinter ihr steht ein Korbstuhl mit rotem Kissen; im Hintergrund sind ein Geländer, Pflanzen und Häuser mit roten Ziegeldächern im Tageslicht zu sehen.
Die Historikerin Christiane Schnack war eine der ersten Mitarbeiterinnen des Instituts, die das ZMT in seiner Anfangszeit geprägt haben. | Foto: Stefan Hatz

11.03.2026 | Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) trauert um seine ehemalige Mitarbeiterin Dr. Christiane Schnack, die am 2. März 2026 im Alter von 75 Jahren verstorben ist.

Die Historikerin Christiane Schnack war eine der ersten Mitarbeiterinnen des Instituts, die das ZMT in seiner Anfangszeit geprägt haben. Dafür brachte sie reiche Lebens- und Berufserfahrung mit: Aufgewachsen war sie auf dem elterlichen Bauernhof in den Hüttener Bergen in Ostholstein. Nach ihrer Ausbildung als Technische Assistentin arbeitete sie in der fischereibiologischen Abteilung des Instituts für Meereskunde Kiel.

Nach einigen Jahren genügte ihr die Laborarbeit im Institut und auf See nicht mehr und sie begann Geschichte zu studieren. Die Kulturgeschichte des frühen Mittelalters wurde zum Thema ihrer Doktorarbeit bei Michael Müller-Wille. Auf die Promotion folgt archäologische Projektarbeit am Bodensee. Von da kehrte sie nach Norddeutschland zurück, um ihren Eltern nahe zu sein. Auch nach ihren Eintritt in den Ruhestand blieb sie ihrer Heimat verbunden.

Im Juni 1992 wurde sie von Gründungsdirektor Gotthilf Hempel in das ZMT eingestellt, das damals noch als "Zentrum für marine Tropenökologie" ein Institut an der Universität war.  Sie wurde mit einem bunten Strauß von Aufgaben betraut und suchte sich weitere Betätigungsfelder. Schnell richtete sie die Bibliothek ein und etablierte einen regen Schriftentausch. Sie war zuständig für die Erstellung der Berichte des ZMT. Für den Direktor war sie eine hochgeschätzte Hilfe. Nach seiner Pensionierung arbeitete sie weiterhin mit ihm als Assistentin zusammen und unterstützte ihn bei der Bearbeitung von Reden und Manuskripten.

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die wissenschaftliche Kommunikation lagen ihr am Herzen. Sie trug sie dazu bei, die Forschung des Zentrums einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und internationale Kooperationen sichtbar zu machen. Bereits in den frühen Jahren des Instituts begleitete sie wissenschaftliche Projekte kommunikativ und unterstützte die Zusammenarbeit mit Partnern aus aller Welt.

Mit großem Engagement vermittelte sie Themen der tropischen Meeres- und Küstenforschung – ein Forschungsfeld, dem sich das ZMT seit seiner Gründung widmet. Ihre Arbeit schlug Brücken zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaft, sowie zu Medien und Öffentlichkeit. Dabei verband sie fachliche Präzision mit der Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich und anschaulich zu vermitteln. Christiane Schnack hat mit ihren vielfältigen Bemühungen um Kommunikation erheblich zur nationalen und internationalen Wahrnehmung des ZMT und seiner zeitigen Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft beigetragen.

Mit Ulrich Saint-Paul, dem ersten Mangrovenforscher am ZMT, arbeitete sie eng zusammen, unterstützte ihn in seiner Rolle als damaliger Vize-Vorsitzender der Gesellschaft für Tropenökologie (gtö) und war verantwortlich für die Herausgabe der Rundbriefe.

Kolleginnen und Kollegen erinnern sich an Christiane Schnack als verlässliche Ansprechpartnerin und als Persönlichkeit mit großer Zugewandtheit.

Unser Mitgefühl gilt allen, die ihr nahestanden.